EMDR

Seit Einführung des Verfahrens im Jahre 1989 hat sich die EMDR als Therapieansatz bei der Durcharbeitung eines Traumas, nach erfolgreicher Stabilisierung, sehr bewährt.

 

An der Wirksamkeit bestehen wenig Zweifel, wenngleich die wissenschaftliche Anerkennung dessen leider fehlt.

 

Die größten Erfolge werden bei der Behandlung von Typ I - Traumatisierungen verzeichnet. Gute Erfolge lassen sich nachweisen bei akuten Traumatisierungen, bei Sucht und Abhängigkeit, bei spezifischen Phobien, chronischen Schmerzsyndrom und bei der chronisch komplexen PTBS.

 

Schnelle, rhythmische Augenbewegungen sollen zu einer Desensibilisierung bezüglich einer belastenden Situation führen und zugleich die dazugehörigen Gefühle aufgearbeitet werden.

 

Vorgehensweise:

Die Behandlung lässt sich in 8 Phasen einteilen:

Phase 1: Anamnese und Behandlungsplanung. Dysfunktionales muss

erkannt und bearbeitet werden

Phase 2: Vorbereitung und Erklärung des Verfahrens.

Phase 3: Bewertung und Einschätzung:

Negative Erinnerung, negatives Bild, negative Kognition oder

negatives Gefühl wird ausführlich exploriert und danach skaliert (0…10).

Positive Erinnerung, positives Bild, positive Kognition oder positives

Gefühl ebenso exploriert und danach skaliert (0…10).

Phase 4: Desensibilisierung und Durcharbeitung:

Der Patient konzentriert sich auf das Negative. Gleichzeitig folgt er mit

den Augen dem Finger des Therapeuten, der sich rhythmisch 20-30x

vor seinen Augen hin und her bewegt. Skalierung. Der Vorgang

wird so oft wiederholt, bis der Belastungswert auf der Skala gegen 0

tendiert.

Phase 5: Verankerung:

Die positive Erinnerung wird nun mit der abgeklungenen negativen

Erinnerung gekoppelt, in dem die negative Erinnerung sich vorgestellt

und mit der positiven Erinnerung zugleich verbunden wird.

Anschließend erfolgt eine erneute Stimulierung mit anschließender

Skalierung, wie in Phase 4 beschrieben.

Phase 6: Überprüfung der Körperempfindungen:

Der Patient wird gebeten an beide Erinnerungen zu denken. Es ist zu

beobachten, ob bei dieser Kognition irgendwelche Körperreaktionen

auftreten. Sollte dies der Fall sein wird die Phase 4 erneut wiederholt.

Phase 7: Abschluss:

Es wird darauf geachtet, dass der Patient wieder einen Zustand des

emotionalen Gleichgewichts erhält. Gegebenenfalls werden passende

Imaginationsübungen durchgeführt.

Phase 8: Überprüfung und neue Bewertung:

In dieser Phase wird überprüft wie erfolgreich die Behandlung der

letzten Sitzung war. Danach wird entschieden, ob eine erneute

Behandlung sich als notwendig herausstellt.

 

(Quelle: vgl. Francine Shapiro, EMDR in Aktion: Die neue Kurzzeit-Therapie in der Praxis; Friedhelm Lamprecht, Praxisbuch EMDR)

 

Die Behandlung nach der EMDR-Methode stellt eine erfolgreiche Alternative dar zu anderen Verfahren in Bezug auf die Phase der Durcharbeitung und Integration eines traumatischen Ereignisses. Sie gilt wissenschaftlich als noch nicht anerkannt.

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