Focussing:

Die Focussing-Technik wurde von Eugene Gendlin 1981 als körpertherapeutische Interventionsmethode auf Grundlage der gesprächstherapeutischen Konzepte von Carl Rogers entwickelt. Sie gilt wissenschaftlich als noch nicht anerkannt.

 

Mithilfe dieser Technik können Menschen lernen, auf ihr "inneres Wissen" zu hören. Durch ein direktes Erleben von Körperempfindungen - durch geübte Achtsamkeit - während eines im Fokus stehenden Themas (Schwierigkeiten, Störendes, Probleme, Krankheiten, Symptome etc.) seien Menschen in der Lage, neue Lösungswege zu finden.

 

Zentral sei die Wahrnehmung des so genannten "felt sense", der direkten spürbaren körperlichen Deutung einer Situation oder eines Problems. Diese "gefühlte Wahrnehmung" unterscheide sich von allen bisherigen Kategorien des Erlebens, die sich über die fünf Sinne normal wahrnehmen lassen.

 

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ließen sich sprachlich und bildhaft nur symbolisch bewusst machen und erst in der weiteren Bearbeitung zur Entfaltung bringen.

 

Bewährt hat sich nachfolgende Vorgehensweise:

 

  • Zunächst sich auf das Problem einstellen, jedoch zugleich einen inneren Abstand dazu wahren.
  • Danach die Aufmerksamkeit auf den Körper richten und dabei "körperliche Resonanz" zum Thema entstehen lassen ("felt sense" aufkommen lassen).
  • Als nächstes ein Wort, ein Bild oder eine kurze Beschreibung für dieses häufig unklare, diffuse Körpersignal kommen lassen.
  • Jetzt überprüfen, ob der gewählte Begriff mit dem "felt sense" übereinstimmt.
  • Nun den Dialog aufnehmen mit dem "felt sense" und ihn innerlich fragen, was es braucht, damit man sich mit dem Problem wohler fühlt oder, was helfen würde, das Problem zu beseitigen.
  • Zum Abschluss den Lösungsvorschlag prüfen, die Veränderung spüren ("felt shift"), sie annehmen und würdigen, sowie vor den Stimmen der "inneren Kritiker" schützen.

 

Die Focussing-Technik nutze ich gerne in Verbindung mit der Gesprächstherapie. Sie hilft oftmals, einen Weg zu den eigenen Gefühlen finden zu können.

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