Kognitive Verhaltenstherapie:

Die Verhaltenstherapie ist in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA entstanden. Die theoretische Grundlage bietet der so genannte Behaviorismus.

 

Im Fokus aller Überlegungen steht das Verhalten und dessen Ursachen, das sich aus Reiz und Reaktion ableiten ließe.

 

Die Verhaltenstherapie ist grundsätzlich eine Ursachentherapie. Drei Arten von Bedingungen werden als Ursachen angesehen, nämlich die prädisponierenden, die auslösenden und die aufrechterhaltenden Bedingungen.

 

Aufrechterhaltende Bedingungen seien wichtig für die Veränderung des Problems, weil Probleme und Beschwerden durch Bedingungen gesteuert würden. (Kontinuitätsannahme)

 

Verhaltenstherapie geht davon aus, dass menschliches Verhalten in wesentlichen Grundzügen gelernt, also auch folglich verlernt werden könne.

 

Das konkret zu beobachtende Verhalten sei der "Königsweg" für die Veränderung, da sich durch die Veränderung des Problemverhaltens auch das Problem verändere.

 

Die klassische Verhaltenstherapie kennt zwei Lerntheorien, die klassische Konditionierung (Pawlow) nach Reiz und Reaktion, und die operante Konditionierung durch positive oder negative Verstärkung.

 

Daraus entwickelten sich verschiedene therapeutische Techniken, wie zum Beispiel die systematische Desensibilisierung oder auch die so genannte Reizüberflutung ("Flooding").

 

Weiter entwickelte Konzepte berücksichtigen Ansätze des Modelllernens (Albert Bandura), Stresskonzepte (R. Lazarus), sozial psychologische Modelle und kognitive Modelle (Albert Ellis, Aaron Beck, Donald Meichenbaum).

 

Der kognitiven Verhaltenstherapie nach Albert Ellis (RET) liegt die so genannte "ABC-Theorie" zu Grunde. Sie besagt, dass auslösende Ereignisse (A) nicht direkt zu Konsequenzen (C) auf der Verhaltensebene oder auf der emotionalen Ebene führen würden, sondern erst durch das Bewertungssystem (B) ausgelöst würden.

 

In der Therapie versucht man das Denkverhalten so zu verändern, dass sich damit auch Emotionen und Verhalten neu finden. Dies geschieht dadurch, dass negative Gedankenmuster aufgedeckt und durch positive Gedanken und Glaubenssätze ersetzt werden.

 

Die kognitive Verhaltenstherapie nach Aaron Beck sieht als Ursache für viele psychische Störungen wie zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen eine verzerrte Sicht der Wirklichkeit an.

 

Denkfehler (z.B. willkürliche Schlussfolgerungen), Denkschemata (verzerrte Grundannahmen) und automatische Gedanken seien verantwortlich zu machen für die Entstehung von psychischen Störungen.

 

Das unerwünschte Verhalten würde gesteuert durch automatische Gedanken, die auf der Grundlage verzerrter Schemata und Denkfehler entstehen würden.

 

Typische Denkfehler bei Depressionen seien:

Die negative Sicht der eigenen Person (" ich bin nichts wert"), die negative Sicht auf die Umwelt ("alles ist negativ, alle sind gegen mich ") und die negative Sicht in Hinblick auf die Zukunft (" es wird nie besser werden").

 

Die Therapie besteht einerseits aus einem so genannten "sokratischen Dialog", indem die automatischen Gedanken des Patienten durch ein Abwägen von "Für und Wider" relativiert würden. Falsche, unrealistische Annahmen und Zuschreibungen von Schuld könnten so korrigiert werden.

 

Andererseits sei es wichtig Aktivitäten zu planen, Umsetzbarkeit und Freude zu prüfen und automatische Gedanken zu sammeln und mit der so genannten "Zwei Spalten Technik" rational zu diskutieren.

 

Als Therapieziel wird die "Entkatastrophisierung" und "Umattribution" zusammen mit der Entwicklung von Alternativen und dem Aufbau realistischer Erwartungen gesehen.

 

Verhaltenstherapeutische Sichtweisen und Interventionen sind wissenschaftlich anerkannt und gehören mit zu den Grundlagen meiner therapeutischen Arbeit.

weiter